Geschichte

Entstehung , Entwicklung und Historisches

Das Jahr 1883:

10. November, Polizeidiener Johannes Götz ging versehen mit einer Liste zu den Bürgern in Oberhausen und war gesonnen möglichst viele Unterschriften zur Gründung eines Gesangvereins zu sammeln. Es unterzeichneten 68 Männer, was in Betracht der nur ca. 100 Haushalte in Oberhausen eine Beachtliches Interesse darstellte. Aus den 68 Mitgliedern gingen 28 Sänger hervor. Johannes Koch war der erste Vorsitzende unseres Vereins und Johannes Wüst unser erster Dirigent. Schon im April 1884 wurde das erste Konzert veranstaltet.

1888:

Am Pfingstmontag wurde die Fahne des Gesangvereins geweiht und mit einem Fest, zu dem die Chöre aus Dierbach, Winden, Freckenfeld und Mühlhofen eingeladen wurden, gebührend gefeiert.

Hier ein Auszug der damaligen Vereinschronik:

„Als Festplatz wurde der Baumgarten von Jakob Keesser oben am Dorfe um den Preis von 10 Mark gemietet. Den instrumentalen Teil führte die Kapelle Wüst aus mit 15 Mann um den Preis von 85 Mark. Unser Gesangverein begann mit dem Liede: Auf ihr Brüder hebt die Fahne. Bei günstiger Witterung verlief das Fest sehr schön, so dass ein jeder befriedigt den Festplatz verließ.“

Die weiteren 1. Vorstände unseres Vereins waren Jakob Defieber, Jakob Stroh, Karl Fick und Jakob Westermann.

Als Dirigent fungierten: Lehrer Barthelmä, Lehrer Steigner, Militärmusiker Stark und Andreas Riesbeck., Lehrer Kirch, Lehrer Häfele.

1914 – 1920:

Wegen des 1. Weltkrieges ruhte das Vereinsleben da viele Sänger zu den Waffen gerufen wurden und teils nicht mehr heimkehrten.

1920 – 1939:

Erst 1920 wurde sich wieder dem deutschen Lied gewidmet. Unter Dirigent Häfele wurde sogar für kurze Zeit ein gemischter Chor eingeführt.

Weitere Vorstände bis zum 2. Ausbruch des 2. Weltkrieges waren: August Sprenger, Emil Bens und Gustav Lischer.

In dieser Zeit führten die Lehrer Silberhorn und Lehrer Nikolaus den Dirigentenstab bevor Robert Messmer 1925 die Chorführung übernahm. Er führte den Verein zu einer bisher nicht gekannten Höchstform und in das erste Glied der südpfälzischen Chöre. Doch dann brach der 2. Weltkrieg aus und das Vereinsleben ruhte abermals.

1939 – 1949:

Wegen des 2. Weltkrieges ruhte das Vereinsleben.

Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurde von den Alliierten die Vereinsfahne beschlagnahmt.

1949:

Trotz sehr strenger Auflagen der Militärverwaltung wurde unter der Führung von Ernst Bantz der Verein neu gegründet und das Vereinsleben trug auch dazu bei dem Leben wieder bessere Seiten abzugewinnen.

1955 wurde die gegen Ende des 2. Weltkrieges von den Alliierten beschlagnahmte Vereinsfahne durch eine Neue ersetzt. Die Fahnenweihe wurde mit einem großen Fest auf der Festwiese mit 19 Gastchören und einem Festumzug gefeiert.

Nach Emil Jäger stand von 1951 bis 1963 Hermann Clödy an der Spitze des Vereins.

Als glücklichen Umstand kann man bezeichnen, dass ein Dirigent aus den eigenen Reihen verpflichtet werden konnte. Wilhelm Lischer hatte nach den Dirigenten Messmer, Richart und Tröster 1953 den Dirigentenstab übernommen. Seine Geduld und sein Geschick brachte Kontinuität in den Verein und den Chorgesang. Der Chor hatte unter seiner Leitung einen hervorragenden Ruf über die Grenzen der Südpfalz hinaus. Viele Erfolge bei Konzerten und Wertungssingen waren der Grund für ein stetiges Wachsen der Sängerschar, der Männerchor war mittlerweile über 40 Mann stark.

Unter Lischers Leitung wurde 1979 auch ein Frauenchor gegründet, der dem Landfrauenverein unterstellt war.

Die Vereinsführung wurde 1963 von Karl Rinck übernommen, ehe er aus gesundheitlichen Gründen 1975 das Amt an Heini Bens übergab.

1983:

100Jahre Gesangverein Oberhausen, natürlich ein Grund zum feiern.

Auf dem „Betze“ wurde ein großes Festzelt aufgestellt. Bei strahlendem Sonnenschein gaben über 40 Chöre an drei Tagen ein Stelldichein. Das Liedgut hatte sich gegenüber früheren Jahren schon sehr gewandelt. Statt dem deutschen Lied wurden jetzt Lieder über Liebe, Wein und Heimat gesungen. Als heimliche Hymne des Gesangvereins gilt heute noch das von unserem ehemaligen Sänger Kurt Dietrich getextete und von unserem damaligen Gönner Helmut Gläser komponierte Lied Heimat liebe Heimat. Aus der gleichen Feder stammt auch das „Oberhausener Türmel“, auch heute noch gerne gehört.

1990 legte Wilhelm Lischer nach fast 40jähriger Dirigententätigkeit sein Amt nieder.

Der Chor hatte sich so sehr an seine Handschrift gewohnt, dass es den Sängern schwer viel sich an einen anderen Dirigenten zu gewöhnen. Es folgten turbulente Jahre mit den Chorleitern Martin Feig, Frank Montillon, Rainer Schabhut und Wolfgang Heinzel. Letzterer war Dirigent am Karlsruher Staatstheater und erst kurz zuvor nach Oberhausen gezogen. Trotz seiner zeitraubenden beruflichen Tätigkeit führt er unseren Chor 3 Jahre lang bevor 1998 Peter Kusenbach als Chorleiter engagiert werden konnte. Unter seiner Leitung wurde der Junge Chor „You Got IT“ gegründet. Aber nach 5 Jahren war auch diese Ehe gescheitert und es wurde mit Olga Sartisson erstmals eine Dirigentin mit der Chorleitung betraut. Die Leitung des Jungen Chors übernahm Katharina Schweitzer, eine Sängerin aus dem eigenen Chor.

Auch in der Vereinsführung gab es einen Wechsel. Heini Bens legte nach 27 Jahren sein Amt als 1. Vorsitzender nieder und Wolfgang Boos übernahm an seiner Stelle.

Da der Männerchor mittlerweile mangels Sänger nicht mehr singfähig war, wurden die beiden Chöre zu einem Gemischten Chor vereint. Der Frauenchor wurde in den Verein integriert und aus dem Männergesangverein Oberhausen wurde per Satzungsänderung vom 11.03.2005 der Gesangverein 1883 Oberhausen.

Nach nur 3 Jahren musste erneut eine neue Vorstandschaft gewählt werden. Es stand aber niemand für den Posten des 1. Vorsitzenden zur Verfügung. Deshalb leitete fortan ein Vorstandsteam die Geschicke des Vereins. Marianne Reiß, Rudi Schreiber und Andreas Clödy konnten für diese Aufgabe gewonnen werden. Unter ihrer Führung wurde 2008 das 125 Jährige Vereinsjubiläum und das 10 jährige Bestehen von You Got It , in der Gemeinschaftshalle gefeiert.

Die Veränderungen in der Chorliteratur und der Verlust von Chormitgliedern stellte den Verein vor eine große Herausforderung. Mehr als 20 Sängerinnen und Sänger hörten auf zu singen.

Seit 2009 ist Jürgen Hitziger 1. Vorsitzender. Gleichzeitig wurde Katharina Schweitzer Chorleiterin beider Chöre.

Um den eigenen Nachwuchs zu fördern wurde 2010 ein Jugendchor gegründet, zunächst als Projektchor der sich mittlerweile selbst Jugendband nennt. Hier waren zuerst Katharina Schweitzer und anschließend Victoria Krichbaumer Chorleiterinnen. Aktuell wird die Jugendband von Julia Sprenger und Stefanie Reininger geführt.

Im gemischten Chor und bei You Got It war ab Ende 2014 bis zur Sommerpause 2015 Ina Jäger Chorleiterin. Seit 2015 ist Wilfried Puhl unser Chorleiter.

Es bleibt zu hoffen, dass sich noch viele Zeilen dieser Chronik anschließen.